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24. Juli 2026
Künstlerin und Lehrerin aus dem Burgweg
Im Begleitprogramm der diesjährigen Hauptausstellung „Zu Hause in Schramberg – Bürgervereinigungen im Wandel der Zeit“ ist am Freitag im Stadtmuseum die Burgstraßen- und Brestenberg-Vereinigung zu Gast. Museumsleiter und Stadtarchivar Carsten Kohlmann wird in einer Präsentation Leben und Werk der Künstlerin und Lehrerin Rita Kässer (1926 – 2021) aus dem Burgweg 65 in Erinnerung rufen, die am 7. Februar dieses Jahres 100 Jahre alt geworden wäre.
In ihrer Heimatstadt erlernte Rita Kässer im Zweiten Weltkrieg in der Schramberger Majolikafabrik (SMF) zunächst den Beruf der Kerammalerin. Danach konnte die junge Katholikin ihre künstlerischen Fähigkeiten im Kloster Sießen in Oberschwaben weiterentwickeln, inspiriert von der bekannten Franziskanerschwester Maria Innocentia Hummel (1909 – 1946), deren Kinderbücher und -figuren bis heute ein Welterfolg sind („Hummelfiguren“). In den 1950er-Jahren arbeitete in Deutschland und in der Schweiz für renommierte Werkstätten für Textilkunst und gestaltete Paramente und Teppiche mit christlichen Motiven. In den 1960er-Jahren war sie als Grafikerin freiberuflich für den Süddeutschen Verlag mit Arbeiten für Publikationen der katholischen Kirche. Im Lauf der Zeit entstand dabei eines der bedeutendsten Lebenswerke christlicher Kunst in Schramberg, das bis heute weitgehend unbekannt geblieben ist. Von 1969 bis zu ihrem Ruhestand im Jahr 1987 wirkte sie schließlich als Kunstlehrerin, zuletzt am Gymnasium ihrer Heimatstadt Schramberg.
Ihr umfangreicher und wertvoller Nachlass wurde nach ihrem Tod dem Stadtarchiv Schramberg übergeben und wird zu ihrem 100. Geburtstag mit zahlreichen Beispielen das erste Mal der Öffentlichkeit vorgestellt. Damit wird im Begleitprogramm der diesjährigen Hauptausstellung des Stadtmuseums eine bemerkenswerte Persönlichkeit aus dem Gebiet der Burgstraßen- und Brestenberg-Vereinigung in Erinnerung gerufen, die der Bürgervereinigung ihres Stadtteils auch sehr eng verbunden war.
Der Vortrag findet am Freitag, 24. Juli 2026, 19 Uhr, im Stadtmuseum statt (Bahnhofstraße 1). Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei.