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Die Stadt

Schramberg – Stadt der Uhren

Bis zur Jahrhundertwende hat sich Schramberg vom armen Marktflecken am Rande Württembergs zur Industriestadt entwickelt. Die Uhrenfabriken Junghans und Hamburg-Amerikanische Uhrenfabrik (H.A.U.) stellten den Großteil der Arbeitsplätze. Viele kleine und mittlere Firmen entstanden als Zulieferbetriebe der Uhrenindustrie.

Die Konzentration auf diese feinmechanische Branche führte Schramberg in eine jahrzehntelange Abhängigkeit von diesem Wirtschaftszweig und machte aber gleichzeitig Schramberg als Uhrenstadt weit über die Grenzen bekannt.

Heutzutage hat die Uhrenproduktion nicht mehr diese wirtschaftliche Vormachtstellung. Feinmechanik und Hightech-Industriezulieferer bilden mittlerweile das Rückgrat der Schramberger Wirtschaft.

Uhrenfabrik Gebrüder Junghans AG
Der Kaufmann Erhard Junghans d. Ä. errichtete 1859 an der Geißhalde eine Ölmühle. Das Kapital für den Geländekauf und die Errichtung stammte aus seiner Beteiligung an der Strohmanufaktur Haas. Da sich die Ölmühle als unrentabel erwies, verlegte er sich 1861 auf die Fertigung von Uhrenbestandteilen. Ein Jahr später kehrte Erhards Bruder Xaver von einem mehrjährigen Amerikaaufenthalt zurück. Mit Hilfe seiner Kenntnisse amerikanischer Uhrenfabrikation und mit aus USA importierten Maschinen versuchten die beiden Brüder Uhren nach amerikanischem System herzustellen. Ab 1867 konnten bei Junghans komplette Uhren mit Federzug in Serie gebaut werden. Bereits 1868 stellten 72 Arbeiter in drei Gebäuden wöchentlich 360 Uhren her.

Historische Zeichnung

Nach Erhards Tod 1870 übernahm seine Frau Luise für fünf Jahre die Leitung der Firma. Unter ihrer Leitung wurde nach dem Vorbild amerikanischer Fabriken 1872 die Akkordarbeit eingeführt.
1875 übernahmen die Söhne Erhard d. J. (Kaufmann) und Arthur (Techniker) die Firmenleitung. Der Prokurist Paul Landenberger schied aus der Firma aus und gründete die Uhrenfabrik Landenberger und Lang (ab 1883 Hamburg-Amerikanische Uhrenfabrik, H.A.U.). Neubauten, neue Maschinen und Aufnahme der Serienfertigung von Weckern und Großuhren kennzeichneten die nächsten Jahrzehnte.

Bis zur Jahrhundertwende hatte sich Junghans zur größten Uhrenfabrik der Welt und zum bedeutendsten Arbeitgeber von Schramberg und Umgebung entwickelt.

Ab 1906 nahm Junghans die Fertigung von Taschenuhren auf. Seit 1927 sind Armbanduhren fester Bestandteil des Fertigungsprogramms.

Die Kriegsvorbereitungen der Nationalsozialisten brachten gewaltige Rüstungsaufträge für die Schramberger Uhrenindustrie. Über 9000 Beschäftigte stellten nun vorwiegend Zünder her. Schon im Ersten Weltkrieg hatte Junghans Zünder für die Artillerie hergestellt. Nach Kriegsende und Demontage begann Helmut Junghans mit dem Wiederaufbau der Firma.

Am 15. Dezember 1956 erwarb die Firmengruppe Diehl aus Nürnberg die Mehrheit der Junghans Anteile. 1967 wurde die erste deutsche Quarzuhr "Astro Chron" eingeführt und 1970 folgte die erste Quarz-Armbanduhr. Bei den Olympischen Sommerspielen in München 1972 war die Firma Junghans offizieller Zeitnehmer.
Das Innovationsbestreben des Unternehmens führte 1985 zu einer Sensation im Uhrenmarkt: Die erste funkgesteuerte Tischuhr. Zum 125-jährigen Firmenjubiläum wurde dann die erste funkgesteuerte Solaruhr der Welt der Öffentlichkeit vorgestellt.

1990 hatten die Junghans Ingenieure die Funktechnologie so weit miniaturisiert, dass sie sie in eine Armbanduhr integrieren konnten: Die erste Funkarmbanduhr der Welt wurde präsentiert, zwei Jahre später folgte die erste Funk-Solararmbanduhr. Im Jahr 2000 wurde der EganaGoldpfeil-Konzern Eigentümer der Uhrenmarke Junghans bis zur Insolvenz im Jahr 2008. Wieder angekommen in Schramberger Unternehmerhand konnte Junghans erfolgreich starten und feierte 2011 mit mehreren Tausend Gästen das 150-jährige Firmenjubiläum. 2012 übernimmt die Unternehmerfamilie Steim, um nicht nur die Tradition und die Marke, sondern auch den Standort an der Geißhalde zu sichern und die Fertigung weiter auszubauen zu können, wichtige Gebäude auf dem Junghans-Areal.
 


Dieser Teil der Seite ist Stand 20.04.2012 in Bearbeitung

Hamburg-Amerikanische Uhrenfabrik (H.A.U.)
1875 wurde die Großuhrenfabrik Landenberger & Lang mit 50 Arbeitern unter anderem durch Paul Landenberger d. Ä., der seit 1869 zunächst als kaufmännischer Angestellter in der Uhrenfabrik Gebrüder Junghans gearbeitet hatte und sich dann selbständig machte, gegründet.


Historische Zeichnung der Uhrenfabrik

1882/1883 kam es zum Konkurs der Großuhrenfabrik Landenberger & Lang in der Gründerkrise und zur Umwandlung in die Aktiengesellschaft Hamburg-Amerikanische Uhrenfabrik (H.A.U.), deren Sitz sich bis 1901 in Hamburg befand, dann aber nach Schramberg verlegt wurde.

In den 1920er Jahren wurde eine Werkssiedlung für Betriebsangehörige im Glasbachtal gebaut. Zur Erinnerung an die Baukosten in den Inflationsjahren der Weimarer Republik erhielt sie den Namen Billionenweg. Um 1925 arbeiteten in der Hamburg-Amerikanischen Uhrenfabrik etwa 2200 Arbeiter und Arbeiterinnen mit einer Tagesproduktion von 5000 Uhren und 15000 Weckern.

1930 fusionierte die Hamburg-Amerikanische Uhrenfabrik mit der Uhrenfabrik Gebrüder Junghans und den Vereinigten Freiburger Uhrenfabriken aus Schlesien zur Uhrenfabrik Gebrüder Junghans AG im Rahmen eines allgemeinen Konzentrationsprozesses der Uhrenindustrie in der Weltwirtschaftskrise.

1989 kam es zum Abriss einiger Gebäude des umfangreichen Fabrikkomplexes und Einrichtung eines Gewerbeparks, nachdem das Gelände der Stadt Schramberg überlassen wurde.


1990: 1. Funkarmbanduhr der Welt in Kombi mit 

1993: 1. Funk-Solararmbanduhr der Welt

2008: Insolvenz in Kombi mit

2009: Übernahme durch die Familie Steim

2011: 150-jähriges Firmenjubiläum


Links zum Thema:
www.junghans.de

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