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Charleroi

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Die Stadt

Charleroi-Marcinelle, Belgien

Ein schweres Grubenunglück im Kohlebergwerk „Bois du Cazier“ im belgischen Ort Marcinelle, bei dem am 8. August 1956 von 274 Arbeitern nur zwölf gerettet werden konnten, brachte die Städte Hirson und Marcinelle zusammen. Denn auch in der rund 80 Kilometer entfernten nordfranzösischen Stadt sammelten die betroffenen Minenarbeiterfamilien, die aus Italien, Belgien, Frankreich, aber auch Deutschland stammten Geld, Kleider und Lebensmittel. Daraus entstand eine Städtepartnerschaft zwischen Marcinelle und Hirson.

1964 unterzeichnete auch Schrambergs Bürgermeister Dr. Konstantin Hank eine Partnerschaftsurkunde mit Bürgermeister Lucien Harmegnies aus Marcinelle: denn bei allen wichtigen Ereignissen, die in Hirson gefeiert wurden, waren auch Vertreter der belgischen Stadt Marcinelle zugegen und wieso sollte nicht eine Dreierpartnerschaft besiegelt werden. Pate von belgischer Seite war zudem der damalige Innenminister Georges Bohy.

Bei den Feierlichkeiten im Mai 1963 stand eines im Vordergrund: die Versöhnung zwischen ehemaligen Kriegsgegnern. So wurde beispielsweise von belgischer Seite ein Kranz für die, in den beiden Weltkriegen gefallenen, deutschen Soldaten niedergelegt.

Freizeiten und Camps

In den ersten Jahren der Freundschaft gab es rege Kontakte zwischen Marcinelle und Schamberg. Mehrere Jugendgruppen aus den Partnerstädten des Dreierbündnisses verbrachten ihre Ferien in „Marcinelle-en-Montagne“ in den französischen Alpen. Hinzu kamen sportliche und kulturelle Begegnungen. Doch mit der Eingemeindung des Ortes in die rund 200.000 Einwohner zählende Großstadt Charleroi im Jahre 1977 nahmen diese ab.

Erst ab dem Jahre 1990 keimten zarte Pflänzchen der Partnerschaft wieder auf, und mehrere Aktivitäten wurden durchgeführt. Neben dem Beigeordneten im Stadtparlament Charlerois, Lucien Cariat, ist es vor allem auch der inzwischen pensionierte Mitarbeiter der Stadtverwaltung, Gilbert Janti, der den Partnerschaftsgedanken vorwärtstreibt. So stammte auch die Idee eines archäologischen Camps, das in Südfrankreich und Marcinelle mit Schramberger Beteiligung stattfand, von ihm. So wurden in Marcinelle im Jahre 1993 wieder die Grundsteine einer Tempelritterburg freigelegt, die das älteste Zeugnis einer Siedlung auf dem Gelände der Stadt Marcinelle ist.

Seit 1946 wird aus diesem Grund immer an dem Wochenende, das dem 25. August am nächsten liegt, vier Tage lang der St.-Ludwigs-Markt abgehalten. Dies ist unter anderem ein mittelalterliches Spektakel, das eben seine Wurzel in der Heimkehr der Tempelritter hat, die die Pilger auf ihren Wallfahrten ins Heilige Land schützten. Zudem gibt es bei diesem Fest aber auch Musik und Kostüme aus der Napoleonischen Zeit zu hören und sehen. Der Abschluss des Fests besteht traditionell in einem großen Feuerwerk.

Kohle als Schicksal

Knapp zwei Jahrhunderte war das Schicksal der Stadt Marcinelle eng mit der Förderung von Steinkohle in dem Sambre-Becken, in dem die Stadt liegt, verbunden. Marcinelle gehört zum „französischen“ Teil Belgiens, der Wallonie, und liegt in der Provinz Hainault (Hennegau) im Südwesten Belgiens, rund 80 Kilometer von der französischen Grenze entfernt. Ähnlich weit ist es auch nach Brüssel: rund 60 Kilometer. Die Kohle brachte im vergangenen Jahrhundert den wirtschaftlichen Aufschwung und damit auch viele Arbeitsplätze in die Stadt.

Neben Belgiern und Franzosen waren es vor allem Minenarbeiter aus Italien, die nach Marcinelle gezogen waren. Aber auch Deutsche gehörten dazu. Doch Ende der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts stand die industrielle Umstrukturierung an. Aufgrund des genannten Unglücks hatte die letzte Kohlegrube geschlossen, die Geschichte des Bergbaus in Marcinelle ging zu Ende. Neben den Produktionsanlagen des „Bois du Cazier“, die ein Museum werden sollen, zeugen allerdings vor allem die Abraumberge am Rande der Stadt von der kohlehaltigen Geschichte der Partnerstadt. Die Stadt hat sich nach Zeiten hoher Arbeitslosigkeit in den letzten Jahren wieder zum Positiven entwickelt. Inzwischen wurden z.B. 2000 neue Arbeitsplätze insbesondere in der Hightech-Industrie in dem, mit Mitteln der EU geförderten, Industriegebiet Aeropole geschaffen.

Stadt der Comics und des Stahls

Wer denkt bei dem Comic „Lucky Luke“, „Gaston Lagaffe“, „Tim und Struppi“ oder anderen an Schrambergs Partnerstadt Marcinelle? Doch hat hier den Verlag „Dupuis“, einer der größten Comicverlage Belgiens, seinen Sitz. Gleich zwei große Stahlfirmen sind es, die in Marcinelle auch heute noch zahlreiche Arbeitsplätze anbieten: Einerseits das Unternehmen THY-Marcinelle und andererseits der Stahlkonzern Cockerill Sambre, der direkt am Sambrekanal auf dem „Quai de Marcinelle“ seine ausgedehnten Produktionsanlagen hat. Bekannt wurde dieses Unternehmen in Deutschland durch die Übernahme der mitteldeutschen EKO-Stahl im Jahre 1995. Sie beide prägen das Stadtbild von Marcinelle im Bereich der Sambre, während weiter außerhalb, im südlichen Stadtgebiet, von den Stahlfabriken kaum etwas zu bemerken ist. Auch die Landwirtschaft spielt in den Außenbereichen des Orts noch eine Rolle. Hier wird vor allem Milchviehhaltung betrieben.

Die Fasnachtsgarden gehören dazu

Kaum eine Pfingstveranstaltung vergeht in Hirson, bei der nicht die eigentlichen Fasnachtsgarden von Marcinelle mit ihren Trommlern dabei sind. Und rings um Marcinelle befinden sich auch die Hochburgen des belgischen Karnevals, zu denen die „Gilles“ von Binche gehören, in deren riesigem Fasnachtsmuseum auch schwäbisch - alemannische Narrenfiguren, darunter auch die Schramberger, zu sehen sind.

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