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Stadtnachrichten 2018

FrauenZeit – Mädchen & Frauenwochen 2018


Im Rahmen von „FrauenZeit-Mädchen- und Frauenwochen 2018“  lud der Frauenbeirat der Stadt Schramberg in den großen Sitzungssaal des Rathauses zu einer öffentlichen Sitzung ein. Im Mittelpunkt  stand der Equal Pay Day – also die symbolische Marke für die Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen.

In diesem Jahr war er am Sonntag, den 18. März 2018,  verkündeten die Business and Professional Women (BPW) Germany, Initiatorinnen des Aktionstags für Entgeltgleichheit in Deutschland. Nach den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts verdienten Frauen im Jahr 2016 durchschnittlich 21 Prozent weniger als Männer. Rechnet man den Prozentwert in Tage um, arbeiten Frauen 77 Tage, vom 1. Januar bis zum 18. März, umsonst. Nicht zu verwechseln mit dem symbolischen Steuern-Stichtag,  im vergangenen Jahr am 19. Juli,  ab dem alle Steuerzahler in Deutschland endlich für die eigene Tasche  arbeiten.  Hier wird berechnet, was in der eigenen Tasche bleibt nach Abzug aller direkten und indirekten Steuern – von 1 Euro bleiben nur 45,4 Cent!  Nach einer kurzen Vorstellung des Frauenbeirats und der darin vertretenen Gruppierungen ging es am 21. März zuerst einmal an die Daten und Fakten: Alexandra Zink-Colacicco und Barbara Kunst erläuterten die statistischen Grundlagen und die möglichen Ursachen für die Verdienstunterschiede von Männern und Frauen. Dabei wurde deutlich, dass der größere Teil dieser Differenz auf die Entlohnung der verschiedenen Berufsgruppen liegt, also bereits durch die Berufswahl entschieden wird (ca. 15%), der kleinere Teil (ca. 6-7%) auf tatsächliche Lohnunterschiede bei gleicher oder gleichwerter  Tätigkeit. 21 Prozent beträgt die Einkommenslücke zwischen Frauen und Männern (Gender Pay Gap).  Das sind genau 21 Prozent zuviel. Nach wie vor belegt Deutschland mit diesem Ergebnis eine der Spitzenpositionen im europäischen Vergleich. 

Die Lohnlücke hat sich in den letzten Jahren kaum geändert. Die beiden  Referentinnen zogen Daten des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg aus einer Befragung von Absolventinnen und Absolventen  der Dualen Hochschule und der Hochschule für angewandte Wissenschaften heran, in der wegen der Auswahl der Befragten die Problemfelder Teilzeit bzw. Elternzeit noch wenig einflossen. Trotzdem war auch hier bereits nach kurzer Berufszeit ein deutlicher Unterschied zwischen Frauen und Männern festzustellen.  Hier wurden mögliche Ursachen angesprochen: so z.B. Teilzeitfalle und Vereinbarkeitsprobleme  Beruf/Familie, weniger Frauen in  Führungspositionen, “Sackgassen-Arbeitsplätze ohne Aufstiegsperspektive“, Nachgeben und Konfliktvermeidung in Gehaltsverhandlungen, „hartes“ Verhandeln wird Frauen eher negativ angerechnet als Männern. Und nicht zuletzt führen Bewertung von Belastung und Leistung zu  geringerer Bezahlung in „Frauenberufen“, besonders in sozialen Berufsfeldern. Die sich daraus ergebenden geringeren Renteneinkünfte wirkten dann schon fast logisch. Wie kann nun Transparenz dabei helfen, damit Frauen zu mehr Gerechtigkeit und Gleichstellung in Gesellschaft, Familie und Beruf gelangen? Gleiches Entgelt für Frauen und Männer bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit. Diesen individuellen Anspruch durchzusetzen ist das Ziel, das mit dem Entgelttransparenzgesetz erreicht werden soll. Beschäftigte können ihn ab dem 6.1.2018 erstmalig geltend machen. Anspruchsberechtigt sind Beschäftigte in Betrieben mit mehr als 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Der Anspruch muss gemäß § 10 Abs. 2 EntgTranspG in Textform erfolgen und ist grundsätzlich nur alle 2 Jahre möglich. Der Anspruch bezieht sich nur auf Beschäftigte des jeweils anderen Geschlechts, die eine gleiche oder gleichwertige Tätigkeit, ausüben. Allerdings können die Beschäftigten auch eine Erläuterung zur Entgeltfindung bezüglich des eigenen Entgelts verlangen. Mit dem Auskunftsanspruch soll die Durchsetzung des Anspruchs auf gleichen Lohn erleichtert werden. 

Zum Abschluss wurde auf weitere Veranstaltungen im Rahmen von „FrauenZeit“  hingewiesen, .z.B. das Seminar der vhs: „Gut gefragt und klar gesagt -Gekonnte Gesprächsführung – für Frauen“ am 13. April 2018. In der anschließenden Diskussion wurde aus eigenen Erfahrungen berichtet, Probleme der Teilzeit- bzw. des Job-Sharings angesprochen und festgestellt, dass sich bis zu einer Verbesserung der Situation noch einiges an den Rahmenbedingungen, der Einstellung von Arbeitgebern sowie von Frauen und Männern ändern muss.

Alexandra Zink- Colacicco und Barbara Kunst (Frauenbeirat) Foto: Frauenbeirat



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