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Stadtnachrichten 2018

Gedenkstunde zum 100. Todestag des Fotografen Carl Faist (1839-1918)


Gedenkstunde zum 100. Todestag des Fotografen Carl Faist (1839-1918) - Bilderschau zur Erinnerung an einen Pionier der Fotografie im Schwarzwald


Nur wenige Bürger aus dem Zeitalter der Industrialisierung haben ihrer Heimatstadt ein ähnlich wertvolles Erbe hinterlassen wie der Fotograf Carl Faist. Zu seinem 100. Todestag widmen das Stadtarchiv und Stadtmuseum dem Pionier der Fotografie im Schwarzwald am Sonntag eine Gedenkstunde.
 
Die Bilder, die Carl Faist in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von der aufstrebenden Industriestadt Schramberg geschaffen hat, gehören zu den wichtigsten Zeitzeugen aus ihrer Geschichte. Die einzigartigen Aufnahmen beeindrucken die Betrachter bis heute in Ausstellungen, Büchern und Filmen wie zuletzt im offiziellen Film zum 150-jährigen Stadtjubiläum. Aber auch die alteingesessenen Familien haben ihre ältesten Bilder meistens Carl Faist zu verdanken. Im Lauf der Zeit haben das Stadtarchiv und das Stadtmuseum viele seiner Bilder gesammelt und konnten 2012 durch einen Glücksfall auch einen Rest des lange verloren geglaubten Glasplattenbestandes erhalten.
 
Carl Faist wurde am 29. November 1839 als Sohn des Zieglers Matthäus Faist (1808 bis ?) und seiner Ehefrau Theresia Faist (1808 bis 1863) in Schramberg geboren. In dieser Zeit wurde zwischen 1826 und 1837 von Joseph Nicéphore Niépce (1765 bis 1833) und insbesondere von Louis Jacques Mandé Daguerre (1787 bis 1851) auch die Fotografie erfunden. Die faszinierende Bildtechnik verbreitete sich schnell und führte ab 1840/41 auch zur Gründung von ersten Fotogeschäften.
 
Der junge Carl Faist versuchte sich zunächst in verschiedenen Berufen, bevor er in der 1849 gegründeten Emaillefabrik von Christoph Schweizer (1808 bis 1890) als Zifferblattmaler arbeitete und sich aus gesundheitlichen Gründen als Glasmaler selbständig machte. In der Mitte der 1860er-Jahre ließ er sich von dem zeitweilig in Schramberg arbeitenden Dageurrotypisten Israel Friedrich Käser aus Stuttgart ausbilden und eröffnete ein eigenes Fotogeschäft, das zu den ersten im Schwarzwald gehörte. Die früheste Werbeanzeige konnte bisher im „Schwarzwälder Boten“ vom 31. Dezember 1865 ermittelt werden.
 
Dem Gründer folgten sein Sohn Karl Faist II (1872 bis 1948), der den Titel „Hoffotograf“ erlangte, sein Enkel Karl Faist III (1903 bis 1945) und zuletzt Wilhelm Weiss (1893 bis 1974), der Ehemann seiner Enkelin Elisabeth Weiss (1902 bis 1968). 1960 übergab die Familie das Geschäft an Carl-Otto und Hans Hirsmüller, die es noch einige Zeit weiterführten, so dass es auf eine über ein Jahrhundert währende Geschichte kam, bis es schließlich Ende der 1960er-Jahre eingestellt wurde.
 
Die Trauer der Stadt Schramberg und ihrer Bürgerschaft um den Gründer des Fotogeschäfts belegt der Nachruf im „Schwarzwälder Tagblatt“ vom 23. Januar 1918: „Eine weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus bekannte und geachtete  Persönlichkeit ist aus diesem Leben geschieden: Herr Karl Faist, Privatier und früherer Photograph. Der Verstorbene, der ein Alter von 78 Jahren erreichte, hatte namentlich auch viele Aufträge aus dem benachbarten Baden und verstand es, durch sein liebenswürdiges, freundliches Entgegenkommen sich überall große Beliebtheit zu erwerben. Die Stadt verliert mit ihm einen Bürger, der stets reges Interesse für alle öffentlichen Angelegenheiten zeigte und bereit war, sein Wissen und Können in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen.“
 
Info:
Die Gedenkstunde, in der eine Bilderschau mit Aufnahmen der Familie Faist aus Schramberg und Umgebung zu sehen wird, findet am Sonntag, 21. Januar, um 15 Uhr im Stadtarchiv Schramberg (Am Hammergraben 8) statt. Der Eintritt ist kostenlos.

 
Faisst
Carl und Emilie Faist mit fünf ihrer sechs Söhne und Töchter mit deren Ehepartnern und 24 Enkelkindern bei ihrer Goldenen Hochzeit am 8. August 1914 in Schramberg
 
Foto: Stadtarchiv Schramberg

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