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Stadtnachrichten 2015

Kolloquium "Familiengeschichte und Kriegserinnerung"


Vier Referenten sprechen in Schramberg zum diesjährigen Volkstrauertag


Im zu Ende gehenden Jahr hat der Themenschwerpunkt „70 Jahre Ende des Zweiten Weltkrieges“ des Museums- und Geschichtsvereins Schramberg ein großes Interesse gefunden. Zum Volkstrauertag wird das Kolloquium „Familiengeschichte und Kriegserinnerung“ am Samstag nochmals aus sehr persönlichen Blickwinkeln an diese Zeit erinnern.
 
Bei Haushaltsauflösungen und in Nachlässen werden in Schramberg in einer Zeit des fortschreitenden Generationswechsels immer wieder persönliche Unterlagen von Menschen aus dem Zweiten Weltkrieg wie Fotos, Feldpostbriefe oder andere Zeitzeugnisse gefunden. Erfreulicherweise werden solche Funde mittlerweile auch vielfach dem Stadtarchiv Schramberg zugänglich gemacht, in dem dadurch ein kontinuierlich größer werdender Bestand an Quellen zur Geschichte des Zweiten Weltkrieges heranwächst.

Die Nachkommen erfahren durch die von ihnen entdeckten Unterlagen oft das erste Mal etwas mehr darüber, was ihre Vorfahren im Zweiten Weltkrieg erlebt und gedacht haben, da die Erlebnisgeneration aufgrund ihrer politischen Belastung oder seelischen Traumatisierung später oft geschwiegen hat. An der Auseinandersetzung mit diesen Fragen besteht nach wie vor ein großes Interesse, wie es etwa an der breiten Resonanz in allen Generationen auf den Film „Unsere Mütter, unsere Väter“ aus dem Jahr 2014 deutlich wird. In einem Kolloquium zum Volkstrauertag, zu dem der Museums- und Geschichtsverein Schramberg und das Stadtarchiv Schramberg am Samstag einladen, werden mehrere Referenten aus unterschiedlichen Generationen über persönliche Schicksale des Zweiten Weltkrieges auf örtlicher Ebene berichten.
Im ersten Referat wird Stadtarchivar Carsten Kohlmann, Jahrgang 1972, über Hans Marwedel (1922-1942) aus Schramberg sprechen, der als Mitglied einer Panzerbesatzung in Nordafrika gefallen ist. Im zweiten Referat wird Hermann Reichert aus Waldshut-Tiengen, gebürtiger Schramberger aus dem Jahrgang 1943, über seinen Vater Hermann Reichert (1911-2010) berichten, der zahlreiche Feldpostbriefe hinterlassen hat, die nach seinem Tod entdeckt wurden. Im dritten Referat wird Fritz Brodbeck aus Oberwolfach, gebürtiger Schramberger aus dem Jahrgang 1938, aus seinen vor einigen Jahren niedergeschriebenen Erinnerungen an seine Kindheit in Schramberg im Zweiten Weltkrieg vortragen. Als vierte Referentin wird schließlich die städtische Auszubildende Sabine Suschinski, Jahrgang 1997, über die berührende Liebesgeschichte zwischen dem französischen Offizier Jean Brassié und Christa Marie Eichmüller, später verheiratete Biegert (1926-2011), erzählen, die sich kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Schramberg zugetragen hat.
 
Das Kolloquium findet am Samstag, den 14. November 2015, von 14 bis 16 Uhr im VHS-Gebäude „Schlössle“ in Schramberg statt. Der Eintritt ist frei.
 
Hermann Reichert sen. als Soldat
Der Vater Hermann Reichert (1911-2010) als Soldat.
Foto: Privatbesitz Hermann Reichert


Hermann Reichert jun.
Der Sohn Hermann Reichert, Jahrgang 1943, heute.
Foto: Stadtarchiv Schramberg

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