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Stadtnachrichten 2012

"Tag der Familienforscher" im Stadtarchiv ein großer Erfolg


Treffen der Familienforscher im Stadtarchiv Schramberg ein großer Erfolg – Fortsetzung als „Tag der Familienforscher“ im nächsten Jahr bereits geplant

Von Carsten Kohlmann

Das vom Stadtarchiv Schramberg und vom Museums- und Geschichtsverein Schramberg vor kurzem veranstaltete Kolloquium „Genealogie in der Raumschaft Schramberg – eine Bestandsaufnahme“ ist auf großes Interesse gestoßen. Mehrere Referenten gaben Einblick in ihre Forschungen.

Der Anlass für das erste derartige Treffen für Familienforscher war die bevorstehende Übergabe des Nachlasses des in Schramberg-Sulgen beheimateten Genealogen Alfons Haigis (1908 bis 1994) an die Stadt Schramberg, dessen umfangreiches Archiv auch nach seinem Tod die Anlaufstelle für alle war, die auf der Suche nach ihren Vorfahren aus dem Raum Schramberg sind. Im Stadtarchiv Schramberg ermöglicht es nun familiengeschichtliche Recherchen in einer völlig neuen Dimension.

Zu Beginn des Kolloquiums führte Stadtarchivar Carsten Kohlmann in Leben und Werk von Alfons Haigis ein. In jahrzehntelanger Forschungsarbeit trug der leidenschaftliche Genealoge Angaben über 250.000 Personen zusammen und legte für alle Gemeinden in der Raumschaft Schramberg wie auch einige Orte in der Umgebung Familienblätter an, in denen er die Angaben der Kirchenbücher über Geburten, Heiraten und Todesfälle zusammenführte und damit ein Hilfsmittel erstellte, mit dem die Recherche nach Personen und die Erstellung von Stammbäumen verhältnismäßig einfach ist. Bei der Massenerhebung von Daten waren Lese- und Schreibfehler aber unvermeidlich.

Als erster Referent stellte Martin Dilger, Leiter der Volkshochschule Crailsheim und Betreiber einer Homepage zur Genealogie der Raumschaft Schramberg, seine Forschungen über Vornamenwahl in diesem Gebiet vor. Er wertete dafür über 28000 Datensätze aus und kann auf dieser Grundlage feststellen, welche Faktoren im Lauf der Zeit für die Vornamenwahl ausschlaggebend waren. Die wichtigsten Rahmenbedingungen waren die in einer Familie überlieferte Leitnamen, die Kalenderheiligen, die Patrozinien der Taufkirche und zum Teil auch die Vornamen der Paten.

Der zweite Referent Christian Erath, der demnächst in Freiburg zum katholischen Priester geweiht und in Heiligenbronn seine Primiz begehen wird, berichtete über seine Arbeit an einem Ortsfamilienbuch über die beiden Gemeinden Waldmössingen und Winzeln, die bis 1810 in einer Pfarrei vereinigt waren. Im Unterschied zur Gegenwart, in der allein in Waldmössingen 500 verschiedene Familiennamen zu finden sind, ist die Zahl der Familiennamen in früheren Jahrhunderten sehr überschaubar. Besonders häufig waren die Familiennamen Dierberger und Schneider. In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges flohen viele Einwohner von Waldmössingen in die Schweiz, kehrten aber nach dem Westfälischen Frieden wieder zurück.

Nach der Mittagspause sprach als dritter Referent Josef King, Landwirt vom Wursthof in Lauterbach-Sulzbach, dessen Interesse an der Geschichte der eigenen Familie mit zwei kleinen Zetteln mit einigen wenigen Aufzeichnungen begann. Da er mehr wissen wollte, wandte er sich an das katholische Pfarramt, das ihm aber gleich empfahl, zu Alfons Haigis Kontakt zu gehen, der die örtlichen Kirchenbücher bereits ausgewertet hatte. Aufgrund seiner reichen Erfahrung rät Josef King dazu, die Angaben auf den von Alfons Haigis angelegten Familienblättern nach Möglichkeit stets durch andere Quellen wie die Kontraktenbücher der Herrschaft Schramberg zu ergänzen.

Als vierter und letzter Referent gab Edwin Klausmann, Forst- und Landwirt von der Altenburg in Schramberg-Tennenbronn, einen Einblick in seine familien- und hofgeschichtliche Forschungsarbeit, die ihn ebenfalls zu Alfons Haigis führte. Mittlerweile kann er die Geschichte seines Hofes bis zum Jahr 1426 zurückverfolgen und hat mithilfe eines speziellen Computerprogramms einen umfassenden Stammbaum und für die einzelnen Linien ausführliche Familienblätter angelegt. Für alle Neueinsteiger gab sein Referat wertvolle Tipps zum methodischen Vorgehen bei der Erfassung und Darstellung von Informationen zur Familiengeschichte.

Die positive Resonanz auf das Kolloquium und die intensiven Diskussionen der Teilnehmer haben gezeigt, dass an einem regelmäßigen Gedankenaustausch zur Genealogie in der Raumschaft Schramberg großes Interesse besteht. In Kooperation mit dem Museums- und Geschichtsverein Schramberg soll daher in Zukunft in jedem Jahr ein „Tag der Familienforscher im Stadtarchiv Schramberg“ stattfinden.

Tag der Familienforscher
Beim ersten Treffen für Familienforscher wurde mit Referaten und Diskussionen eine Bestandsaufnahme zum Thema „Genealogie in der Raumschaft Schramberg“ erreicht.

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