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Stadtnachrichten 2012

Die Hochwasserkatastrophe vom 21. Mai 1959 im Film


Zum bundesweiten „Tag der Archive“ mit dem Thema „Feuer, Wasser, Krieg und andere Katastrophen“ präsentiert das Stadtarchiv Schramberg in Kooperation mit der Volkshochschule Schramberg am nächsten Samstag die Hochwasserkatastrophe vom 21. Mai 1959 im Film.

Zum 50. Jahrestag des 21. Mai 1959 haben in Schramberg vor drei Jahren mehrere Publikationen an das gewaltige Naturereignis erinnert, das damals von vielen Fotografen im Bild festgehalten wurde. So gut wie unbekannt war aber bisher, dass es zu diesem Thema auch einen zeitgenössischen Film gibt, von dem sich eine Kopie im Stadtarchiv Schramberg erhalten hat. Der Film stammt aus dem früheren Fotogeschäft Schwer, ist etwa 45 Minuten lang und wurde im Auftrag des Stadtarchivs Schramberg am Jahresanfang digitalisiert. Der Film dokumentiert die von den Überschwemmungen angerichteten Zerstörungen in verschiedenen Stadtteilen und die Aufräumungsarbeiten in den Tagen danach.

Am 21. Mai 1959 hatte sich am Nachmittag ein schweres Gewitter über Schramberg zusammengebraut. Gegen 16 Uhr kam es zunächst etwa eine Dreiviertelstunde lang zu einem schweren Hagelschlag, dem gegen 18 Uhr ein sintflutartiger Wolkenbruch folgte. Vor allem der Göttelbach und der Kirnbach verwandelten sich in reißende Gewässer, die große Mengen an Schlamm und Steinen zu Tal schoben. Die Hauptstraße war überschwemmt. Auf dem Platz zwischen dem Schloss und der Sankt-Maria-Kirche bildete sich ein großer See.

Die Besitzer der Häuser und Geschäfte hatten kaum Zeit, um etwas zu retten. Die Keller und Erdgeschosse liefen voll, zum Teil riss das Wasser sogar Gebäudeteile weg. Im Göttelbachtal wurden im Werk H.A.U. der Uhrenfabrik Gebrüder Junghans und in der Zugfedernfabrik Hugo Kern zahlreiche Maschinen zerstört. Betroffen waren auch das Emaillierwerk Schweizer & Söhne und die Spiralfedernfabrik Pfaff & Schlauder in der Südstadt. Gegen Mitternacht rief die Stadtverwaltung Schramberg den Notstand aus. Zum Glück niemand ums Leben, obwohl in ein paar Fällen zum Teil nicht viel gefehlt hätte.

Über das schwere Unglück der Stadt Schramberg wurde bundesweit berichtet. Die Schäden wurden auf 15 Millionen DM geschätzt. Im Lauf der nächsten Tage packten viele Bürger zusammen mit einigen Baugeschäften bei den Aufräumungsarbeiten an. Zur Unterstützung kamen aus anderen Orten zahlreiche Helfer des Deutschen Roten Kreuzes, der Feuerwehr, der Polizei und des Technischen Hilfswerkes nach Schramberg. Ministerpräsident Dr. Kurt Georg Kiesinger (1904-1988) machte sich am 24. Mai 1959 persönlich ein Bild von der Lage. Besonders beachtet wurden die Soldaten der Bundeswehr sowie der amerikanischen und französischen Streitkräfte, die sich bei diesem Katastropheneinsatz als „kleine NATO“ bewährten. In Schramberg wurde nach dem Unglück durch den Zimmermannmeister und Kommunalpolitiker Franz Flaig (1919-2000) eine eigene Ortsgruppe des Technischen Hilfswerkes ins Leben gerufen.

Drei Schülerinnen der Graf-von-Bissingen-Schule, Hilal Cifte, Yesim Demir und Seyma Kandemir, werden in den Film einführen. Sie haben in den letzten Monaten zu diesem Thema im Stadtarchiv Schramberg recherchiert und Zeitzeugen befragt und ihre Ergebnisse vor kurzem in einer Präsentationsprüfung vorgetragen. Der Film wird am Samstag, den 3. März, im neuen Gebäude des Stadtarchivs Schramberg gezeigt (Am Hammergraben 8). Die erste Vorführung findet um 10 Uhr, die zweite Vorführung um 15 Uhr statt. Das Stadtarchiv Schramberg freut sich besonders über die Teilnahme von Zeitzeugen, die gerne über ihre persönlichen Erinnerungen berichten können. Der Eintritt ist frei.


Schlossplatz Schramberg 21.05.1959
Der überschwemmte Schlossplatz bei der Hochwasserkatastrophe vom 21. Mai 1959.
Foto: Foto Kasenbacher GmbH Schramberg

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