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Stadtnachrichten 2012

Eismassen im Kirchenbach geben historische Filmrolle frei


Die Eismassen der Schiltach schmelzen zum Leidwesen der Bach-na-Fahrer nicht ab. Dafür gaben sie gestern am Roßgumpen eine historische Filmrolle frei, die Stadtarchivar Carsten Kohlmann unter Einsatz seines Lebens geborgen hat.

Als das historische Relikt im Treibeis zum Vorschein kam, hat der seit 1936 die Kanalfahrt beobachtende Nachbar Karl Kühnle sofort das Stadtarchiv Schramberg benachrichtigt. Carsten Kohlmann wagte sich auf das zum Teil bereits berstende Eis und konnte die silbern glitzende Filmrolle bergen.

Bei der Sichtung zeigte sich, dass die Kanalfahrer der ersten Stunde einen Film von ihrer vierten Fahrt am 20. Februar 1939 offenbar irgendwo am Schiltachufer vergraben hatten. Durch das Eisgeschiebe kam die Filmrolle jetzt rechtzeitig zur Fasnet wieder ans Licht der Welt. Die mit einem Siegel des "Jungen Parlamentes" verschlossene Filmrolle wurde unter notarieller Aufsicht geöffnet und wird seitdem in dem bereits fertig gestellten Hochsicherheitstrakt der Kreissparkasse Schramberg in der "Neuen Mitte" verwahrt.

Die etwa fünf Minuten langen Filmaufnahmen für die "Deutsche Wochenschau" geben einen bunten Querschnitt durch die "Volksfastnacht" im Jahr 1939. Besonders eindrucksvoll sind die Aufnahmen von der Kanalfahrt, auf denen die Zuberkapitäne Eugen Brunnenkant, Alfred Hauser, Karl Dettling ("Duwak"), Adolf und Waltraut Müller und Karl Spielberger ("Wecka") zu sehen sind. Auch der berühmte "Bachhansel" von Dr. Erwin Grüner fehlt nicht. In der Filmrolle lag auch ein kleines Fläschchen, das mit einem Zettel "Tränenwasser des Schützenwirtes" beschriftet ist.

In einer Vorpremiere durfte der führende Kanalfahrthistoriker der Welt, Sven Kindler, den Film bei einer geschlossenen Veranstaltung als erster Schramberger sehen. Der intimste Kenner des Geschehens hat den sensationellen Film bereits 5000 Mal laufen lassen und kann immer noch neue Details entdecken. Eine DNA-Analyse im ehemaligen Kreiskrankenhaus bestätigte bereits, dass es sich bei der Flüssigkeit in dem Fläschen tatsächlich um das Tränenwasser des Schützenwirtes handelt.

Der Film wird am Mittwoch, 15. Februar, um 19 Uhr im neuen Gebäude des Stadtarchivs Schramberg gezeigt (Am Hammergraben 8). Das "Junge Parlament" steigt von seiner Wolke herab und wird zugegen sein. Der Eintritt ist frei.


Carsten Kohlmann im vereisten Kirchenbach
Stadtarchivar Carsten Kohlmann bei der Bergung des Fastnachtsfilms aus dem Jahr 1939 im Eis der Schiltach am Roßgumpen.

Foto: Vanessa Balkau


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