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Die Entwicklung der Städtepartnerschaft

„Schramberg feiert“, unter diesem Titel veranstaltet die Stadt Schramberg am 5. und 6. Juli ein doppeltes Jubiläumsfest mit einem internationalen Kulturprogramm. Bei diesem Fest wird einerseits der 50. Geburtstag der Schramberger Musikschule, andererseits der Umstand gefeiert, dass Schramberg seit 50 Jahren eine sehr lebendige Partnerschaft mit der nordfranzösischen Stadt Hirson pflegt. Dies Partnerschaft ist auch insofern etwas besonderes, als es erst die 15. deutsch-französischen Städtepartnerschaft überhaupt war.

Gleich nach der Besiegelung der Partnerschaft zeigte sich, dass die Verschwisterung nicht nur eine Urkunde sein sollte. Schramberg war 1958 von einer Hochwasserkatastrophe heimgesucht worden. Hirsons Bürgermeister Raymond Fischer und Tourismusdirektor André Lambin initiierten in Hirson eine Sammlung für die Hochwasseropfer. Bei dieser Aktion kam ein Betrag von 254.000 Franc zusammen. Unter den Organisationen und Verbänden, die sich beteiligt hatten, war auch die Organisation der ehemaligen Kriegsgefangenen. Eine gemeinsame Spendenaktion gab es übrigens auch im Rahmen des Bürgerkrieges im ehemaligen Jugoslawien. Die Städte Hirson und Schramberg organisierten eine gemeinsame Hilfsaktion für Schrambergs Partnerstadt Cakovec, die unzählige Flüchtlinge aufzunehmen hatte.

Über 50 Jahre hinweg hat die Städtepartnerschaft zwischen Schramberg und Hirson einen enormen Wandel hinter sich. Die Städtepartnerschaft, die mit dem Ziel der Völkerverständigung zwischen Deutschen und Franzosen eingegangen wurde, hat sich in den letzten Jahrzehnten den gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen angepasst und so ihre Bedeutung nicht verloren. Einen wesentlichen Anteil daran hatten vor allem Schülerbegegnungen, die vom Gymnasium Schramberg mit dem College Pierre Cobast organisiert wurden. Auch die Schüler-begegnungen haben einen erheblichen Wandel hinter sich. Anfangs stand neben dem Bestreben die Sprache des Nachbars zu erlernen der Reiz im Raum, Gelegenheit zu einer Auslandsreise zu bekommen. In Zeiten zunehmender Mobilität hat dieser Reiz an Bedeutung erheblich verloren. Hinzu kommt, dass sich die Schwerpunkte im Sprachunterricht sowohl an den französischen, inzwischen aber auch an deutschen Schulen verschoben haben. Englisch hat mehr an Bedeutung gewonnen und andere Sprachen, wie Spanisch, sind ebenfalls zur Konkurrenz geworden. Die Schramberger Schulen haben zwischenzeitlich eine Vielzahl von weiteren Partnerschaften aufgebaut. Dennoch hat die Partnerschaft mit dem College Pierre Cobast bis heute eine wichtige Bedeutung. In jüngster Zeit fanden Schüleraustausche aber weniger in Schramberg und in Hirson statt. Im Rahmen von so genannten Drittort-begegnungen haben sich Schüler aus Schramberg und Hirson beispielsweise in Neuf-Breisach getroffen.

Eine weitere Stütze der Entwicklung der Städtepartnerschaft war von Anfang an der Sport. Regelmäßig haben sich in den Anfangsjahren Fußballmannschaften aus Schramberg und Hirson zum sportlichen Wettbewerb getroffen. In jüngerer Zeit gab es diese Begegnungen nicht mehr, was auch mit dem geänderten Freizeitverhalten zu tun hat. Seit annähernd 10 Jahren nehmen aber Läufer aus der französischen Partnerstadt regelmäßig am Lauf um Schramberg teil. Auch beim Stadtlauf in Hirson haben sich Läufer aus Schramberg beteiligt. Ebenfalls zusammengefunden haben in den letzten Jahren Radfahrer aus Hirson und vom Radfahrerverein Wanderlust Waldmössingen, die sich mindestens einmal jährlich zu einer anspruchvollen mehrtägigen Tour zusammenfinden. Eine dieser gemeinsamen Touren wird es auch im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten im Juli geben.

Radeln für Europa 2006 in Waldmössingen
"Radeln für Europa" 2006 zu Gast in Waldmössingen

Regelmäßig sind in den vergangenen 50 Jahren auch Musik- und Tanzgruppen sowie Chöre nach Hirson gefahren oder in Schramberg empfangen worden. In den letzten Jahren waren regelmäßig Musik- und Tanzgruppen an Pfingsten beim Fete transfrontalier und beim großen Umzug am Pfingstsonntag. Auch bei anderen größeren Festen in Schramberg und in Hirson gab es stets auch einen regen Austausch im Bereich der Kultur und der Kunst. Nicht zuletzt haben Ausstellungen zur Krippenbaukunst in Schramberg die Bewohner in Hirson begeistert. Regelmäßig vertritt der Verein für Städtepartnerschaften und internationale Jugendbegegnungen die Stadt übrigens auch beim Weihnachtsmarkt in Hirson.

War es früher der Stadtjugendring oder die Pfadfinder, die regelmäßige Jugendbegegnungen organisierten, organisiert heute der Verein für Städtepartnerschaft und internationale Jugendbegegnungen Schramberg zusammen mit der Organisation „Internationale Begegnung in Gemeinschaftsdiensten“ und der Stadt internationale Workcamps, zu denen regelmäßig auch junge Menschen aus den Partnerstädten eingeladen waren. Ebenfalls fester Bestandteil der Städtepartnerschaft wurden auch Praktika von Studenten und Auszubildenden in der jeweiligen Partnerstadt.

Die Gemeinderäte und Stadtverwaltungen stets versucht haben, über die Partnerschaft international interessierende Problemstellungen zu thematisieren. So fanden unter Beteiligung der Partnerstädte Schramberg und Hirson mehrere Fachtagungen zu umweltpolitischen Fragestellungen statt, eine Fachtagung zum Thema Bürgerschaftliches Engagement und auch das Thema der Rolle der Kommunen in einem vereinten Europa wurde zusammen mit anderen Kommunen diskutiert.


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