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Überzeugter Europäer !  Ex-Ministerpräsident
Erwin Teufel referierte am 11.05.2006 im Schloss

Auf Einladung der Stadt und VHS Schramberg sprach Erwin Teufel, Baden-Württembergs Ministerpräsident a.D. und Mitglied des Europäischen Konvents, im Rahmen der Europawoche 2006 im vollbesetzten Schloss. Teufel verstand es, zum Thema "Europäische Verfassung" verständliche und klare Worte zu finden.

Nach der Begrüßung durch Oberbürgermeister Dr. Zinell erinnerte er an die vergangenen Kriege und an die Millionen Tote des 1. und 2. Weltkriegs. Er betonte, dass die Ausgaben für ein vereintes Europa in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts und im 21. Jahrhundert auf jeden Fall unglaublich weniger seien als die Kosten eines Krieges. Er ging der Frage nach, warum die Akzeptanz von Europa in den letzten 10-15 Jahren stark nachgelassen hat. Das ferne Gebilde Europa, greife mit europäischem Recht in das Leben eines Handwerkers oder Landwirts mit oft schwer verständlichen Gesetzen ein. Das Patentrezept laute: Subsidiaritätsprinzip d.h. das ursprüngliche Recht liegt bei der kleinsten Einheit. Nur, was über die Kraft der Gemeinde, des Kreises, des Landes oder eines einzelnen Staates hinausgehe, habe Europa zu regeln also z.B. Fragen der Sicherheitspolitik, des Wettbewerbs, der Währung oder des Außenhandels. Und genau deshalb brauche man die Europäische Verfassung, die diese Zuständigkeiten regle. Ein weiteres Problem sei das Einstimmigkeitsprinzip, das mit dem Beitritt der weiteren Staaten nicht mehr haltbar sei. Es könne jedoch nicht in ein Mehrheitsprinzip umgewandelt werden, das sonst die Geldempfänger, die die Mehrheit darstellen, problemlos über die Geldgeber bestimmen könnten. Lösung sei die qualifizierte Mehrheit. Eine weitere Stärkung bedeute die Umwandlung der ½ -jährigen in  eine 2 ½  - jährigen Wahlperiode des Vorsitzenden mit Wiederwahlmöglichkeit. Teufel sah als überzeugter Europäer zwar keine Alternative zu Europa, betonte aber, dass es auch in Zukunft "so viel Vielheit wie möglich und nur so viel Einheit wie nötig" geben solle. Damit sich die Menschen mit Europa identifizieren, müsse es auch weiterhin Städtepartnerschaften, Schüleraustausche und Begegnungen zwischen den Menschen geben. In der anschließenden durch die Leiterin der VHS, Susanne Gwosch, geführten Diskussion betonte Teufel mit klaren Worten, dass er sich weitere Aufnahmen vorstellen könne für jedes europäisches Land, das die Kriterien erfülle.  Da die Türkei schon nicht die Voraussetzung "europäisches Land" erfülle, komme für ihn eine Aufnahme ganz unabhängig davon, dass es auch die Kriterien nicht erfülle und die Europäische Union mit der Aufnahme finanziell überfordert wäre, nicht in Frage.

Ex Ministerpräsident Teufel und Susanns Gwosch VHS

Im Balkonzimmer des Schlosses hatten die Besucher nach einem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt die Gelegenheit, mit Erwin Teufel ins Gespräch zu kommen.

Ex Ministerpräsident Teufel goldenes Buch


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