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Gedenkveranstaltung des Departements Aisne

Zu einer Gedenkveranstaltung des Departements Aisne hat die Stadt Hirson am vergangenen Sonntag Vertreter ihrer deutschen Partnerstädte Schramberg und Königsee eingeladen. An historischer Stätte, dem Gedenkstein von Haudroy, hat Fach-bereichsleiter Franz Moser zusammen mit Hirsons Bürgermeister Jean-Jacques Thomas und einem Vertreter der Stadt Königsee zur Erinnerung an die Gefallenen und Vermissten des Ersten Welt-krieges ein Blumengebinde niedergelegt. Es war erst das zweite Mal, dass Deutsche an dieser Zeremonie teilnahmen.

Kranzniederlegung am Gdenkstein von Haudroy
Franz Moser am Gedenkstein von Haudroy

Der 11. November ist in Frankreich als Tag des Waffenstillstandes 1918 sehr stark im Bewusstsein der Bevölkerung. Dies gilt insbesondere auch für das Departement Aisne, dem Schrambergs Partnerstadt Hirson angehört. Die Region war Schauplatz unvorstellbar blutiger Kämpfe. Die Frontlinie, die sich sehr schnell und sehr lange festgefahren hatte, lief mitten durch das Departement. Ganze Dörfer entlang der Frontlinie wurden dem Erdboden gleich gemacht. Hirson, das als Eisenbahnknoten eine wichtige Bedeutung hatte, wurde gleich nach Kriegsbeginn von deutschen Truppen erobert. Obwohl sich die Frontlinie etwa 40 Kilometer entfernt festgesetzt hatte, gab es auch in Hirson viele Tote und Verletzte zu beklagen. Zudem zeugen alte Postkarten von erheblichen Beschädigungen in der Stadt.

Neben dem Tag des Waffenstillstandes hat für die Region auch der 7. November als Tag des Gedenkens eine besondere Bedeutung. Am 7. November 1918 erreichte die deutsche Delegation auf ihrem Weg zum Wald von Compiègne, wo der Waffenstillstand unterschrieben wurde, bei der Stadt La Capelle, einer Nachbarstadt von Hirson, die französischen Linien. Angeführt wurde die deutsche Waffenstillstandskommission vom damaligen Staatssekretär Matthias Erzberger. Bei dem Gehöft „Haudroy“ wurde die deutsche Delegation damals vom Trompeter Pierre Sellier emp-fangen, der mit dem Signal „Cessez le Feu“ (Feuer einstellen) den Weg zur Unterzeichnung des Waffenstillstandes öffnete. Der Gedenkstein von Haudroy erinnert an dieses Ereignis. Das Denkmal wurde 1940 von der deutschen Armee zerstört und 1947 wieder in altem Zustand aufgerichtet. Seit dem Ende des Ersten Weltkrieges finden an diesem Denkmal regelmäßig zum Jahrestag Gedenkfeiern statt. Im ver-gangenen Jahr war eine Delegation der Stadt Münsingen, dem Geburtsort von Mat-thias Erzberger, als erste offizielle deutsche Vertretung bei einer Gedenkfeier am Gedenkstein von Haudroy anwesend. Der Präsident des Generalrates des Departe-ments Aisne, Yves Daudigny, betonte, dass es richtig sei, das Gedenken auch im Zusammenhang mit der zwischenzeitlichen Versöhnung zwischen Frankreich und Deutschland, mit den inzwischen jahrzehntelang bestehenden Städtepartnerschaften, der deutsch-französischen Freundschaft und der europäischen Einigung zu sehen. Der Generalrat habe daher festgelegt, dass künftig jährlich eine Stadt des De-partements mit Vertretern ihrer deutschen Partnerstadt an der Zeremonie teilnehmen soll. Er dankte dem Vize-Präsidenten des Generalrates, Hirsons Bürgermeister Jean-Jacques Thomas, der diese Initiative aufgegriffen und die deutschen Partnerstädte Schramberg und Königsee eingeladen habe. Nach Ansprachen des Präsidenten des Generalrates, der Sous-Präfektin des Departements und eines Vertreters des Comite Pierre d’ Haudroy, nach militärischem Zeremoniell und dem Trompetensignal „Ces-sez le Feu“, erklang neben der Marseillaise bei der Zeremonie auch die deutsche Nationalhymne. Unter den mehr als 300 Gästen der Zeremonie waren auch zahlreiche Abgeordnete, Bürgermeister der Region sowie Vertreter von Militär und Polizei.

Gedenkfeier zum Tag des Waffenstillstandes

Die Delegationen aus Schramberg und Königsee wurden vom Historiker Guy Marival zu der früheren Frontlinie am so genannten „Chemin des Dames“ geführt. An diesem „Chemin des Dames“ befindet sich das auf unterirdischen Stellungen eingerichtete Museum „Caverne du Dragon“ (Drachenhöhle), das eindrücklich die Schrecken des Krieges dokumentiert. Eine weitere Station waren die Soldatenfriedhöfe in Cerny, auf dem sich die damaligen Staatsoberhäupter Charles De Gaulle und Konrad Adenauer 1963 symbolträchtig über den Gräbern die Hand reichten.


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