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Stadtnachrichten 2019

"Hürdenloses Schramberg" gestartet


Was zunächst wie ein Unterrichtsbesuch im Rathaus aussah, entpuppte sich schnell als erster Einsatz in einem gemeinsamen Projekt unter dem Namen „Hürdenlos“ (Barrierefreies Schramberg) .


Zunächst  Begrüßung durch OB Thomas Herzog mit dem herzlichen Dank an alle  freiwillig Engagierten und  vor allem an die Initiatoren des Senioren Forums (SeFo), ebenso an  Silvia Gmelin von der Aktionsgemeinschaft GIEB (Gestalten-Informieren-Erleben-Beteiligen) im Landkreis Rottweil, der Initiative des Landkreises Rottweil zur Förderung von Inklusion und barrierefreien Projekten, sowie an Natascha Rümenapp,  Fachstelle Bürgerschaftliches Engagement, angesiedelt in JUKS3.

Dann Start  der ersten praktischen Runde der Gebäudeerfassung vor Ort in  Hinblick auf den Landkreisführer und Wegweiser für Menschen mit Behinderung https://landkreis-rottweil.huerdenlos.de. Auch Bewohner oder Besucher von Schramberg können hier später  schnell erfahren, welche Situation sie bei den verschiedenen Gebäuden vorfinden: Gibt es Treppen am Eingang und im Gebäude ? Existiert ein Aufzug? Gibt es eine Behinderten-Toilette? Aber auch Fragen nach Beschaffenheit des Bodens vor und im Gebäude, Steigung eventueller Rampen,  Ausstattung des Hauses mit Bedienelementen auf für Menschen mit eingeschränkten Bewegungs- oder Sehmöglichkeiten.  

Ausgerüstet mit Maßband, Fotoapparat und vor allem detaillierten Fragebögen zur technischen Ausstattung öffentlicher Gebäude in Bezug auf Barrierefreiheit zogen die Gruppen in die Innenstadt von Schramberg:  Mitglieder  des Senioren-Forums, 16 Schülerinnen und Schüler der Klasse 10a der Erhard-Junghans-Schule (sie hatten am Tag zuvor noch die letzte schriftliche Schulprüfung absolviert!), Mitglieder der Lebenshilfe Waldmössingen und Mitarbeiterinnen von JUKS3.  Sie alle waren im Vorfeld schon von Silvia Gmelin in der Handhabung der Umfragebögen nach Din Norm geschult worden, die Ergebnisse dieses ersten Rundgangs  sollen später in die Plattform „Hürdenlos“ eingepflegt werden, weitere Rundgänge in Schramberg und in den Teilorten sollen noch folgen. Bei unwirtlichem Wetter machten sich die gemischten Gruppen also auf ihren Weg, die ihnen zugeteilten Gebäude zu bearbeiten. Dabei wurde schnell deutlich, dass ein solches Unterfangen auch seine Schwierigkeiten hat und mit sehr vielen Detailinformationen verbunden ist. Nicht alle sogenannten „behindertengerechten Einrichtungen“ entsprechen tatsächlich den geforderten Vorgaben;  ein Teilnehmer , selbst im Rollstuhl, demonstrierte  auch an neuen  Eingangstüren die Unerreichbarkeit des Türgriffs, machte  deutlich,  dass manche Aufzüge für  Rollstuhlfahrer mit Begleitung viel zu eng sind, dass Gebäude zwar im Innenbereich gut ausgestattet sind, der Außen-Eingang aber ohne fremde Hilfe kaum zu bewältigen ist. Es wurde aber auch wieder ganz deutlich, dass einige  öffentliche  kulturelle  Einrichtungen  momentan für Rollstuhlfahrer nicht betretbar sind, also ihnen auch die Teilnahme an den Veranstaltungen  verwehrt ist.   So erfassten die  sechs Gruppen den ganzen Vormittag zahlreiche öffentliche Gebäude der Stadt, wie Rathaus, Schloss, Schulen, Kirchen , Gemeindehäuser, Polizei und zahlreiche Außenstellen der Stadt, aber auch Toiletten. Die Datenerheber berichteten in der gemeinsamen Schlussrunde wieder im Sitzungssaal von  so einigen  Überraschungen auf dem Weg zur „Hürdenfreiheit“ : ein Schild an der Tür zur ausgewiesenen Behindertentoilette mit der Warnung „Vorsicht Stufe!“, optimale Bedingungen nach den Kriterien des Fragebogens, aber auch eigens gebauten Rollstuhlrampen, die in der Praxis kaum zu bewältigen sind, Klingeln für Rollstuhlfahrer , die aber durch die Standardbeschriftung „Mustermann“ nicht erkennbar sind. Besonders freute sich jedoch die Klein-Gruppe über die Entdeckung, beim Verlassen des Gebäudes, dass mittlerweile ihre Anregung vor Ort umgesetzt worden war: Klingelbeschriftung und ein Hinweisschild „Für Rollstuhlfahrer“ konnte am Schluss im Datenerhebungsbogen eingetragen werden !. Dies verdeutlicht auch, dass oftmals kleine Anregungen und Veränderungen bereits  große Wirkung haben können , besonders für Menschen, die in ihrem Aktionskreis eingeschränkt sind: ein erreichbarer Türöffner im Freien erleichtert auch jemandem mit Kinderwagen oder mit Rollator den Eingang. Mit weiteren Schüler-und Jugendgruppen und mit Mitgliedern  der Lebenshilfe Waldmössingen, soll durch SeFo und JUKS3 die Daten-Erhebung in nächster Zeit in allen Stadteilen fortgesetzt werden, für Tennenbronn hat sich bereits eine Gruppe gefunden.

Barrierefrei
Start im Großen Sitzungssaal des Rathauses und Begrüßung durch Oberbürgermeister Thomas Herzog

Barrierefrei
Gestellte Aufnahme zum Thema "Hürdenlos" - selbstverständlich müssen in einem Kindergarten die Türgriffe höher sein zum Schutz der Kinder

Bilder und Bericht:

Barbara Olowinsky

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