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„Max Bill und das Uhrendesign seiner Zeit“


Studiensammlung industrieller Zeitmesser, Bereich Design in der Uhrenabteilung des Stadtmuseums

Am Freitag, 19. Mai 2017, 19.30 Uhr, wird im Stadtmuseum Schramberg im Schloss die „Studiensammlung Industrielle Zeitmesser, Bereich Design“ mit dem Thema „Max Bill und das Uhrendesign seiner Zeit“ eröffnet. Hierzu sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Aktueller Anlass für diese Präsentation ist das 25jährige Jubiläum der Deutschen Uhrenstraße.

Das Museumsteam des Stadtmuseums hat während der letzten Jahre intensiv die Spuren der Anfänge der Uhrenfabrikation in Schramberg verfolgt und viel Neues über die Uhrwerkeentwicklung herausgefunden. Drei Katalogbücher über die Geschichte von Junghans, die Amerikaneruhr und Wecker machten diese Forschungsergebnisse einem breiten Publikum zugänglich.

Gegenüber dem Bereich der technischen Entwicklung ist das Thema Design der Uhren der beiden Schramberger Uhrenfabriken Junghans und Hamburg-Amerikanische Uhrenfabrik bisher noch wenig erforscht. Mit der Design-Präsentation in der Uhrenabteilung im ehemaligen Bereich Schwarzwalduhren im Stadtmuseum wird nun ein Anfang gemacht.

Der Designer Max Bill (1908-1994) hat für Junghans seit 1956 mehrere Uhren entworfen, die heute Kultstatus genießen. Die Armbanduhren sind bis heute bei Junghans in der Produktion, ebenso zwei Wohnraumuhren, alle mit modernen Uhrwerken. Junghans hatte den angesehenen Gründer der Hochschule für Gestaltung Ulm dafür gewonnen, für den Auftritt auf der Hannover-Messe im Bereich „Die gute Industrieform“ eine geeignete Junghans-Kollektion zu schaffen. Die Hannover-Messe war damals für die Uhrenindustrie der wichtigste Messeplatz. Ausstellungsstücke für die Sonderschau „Die gute Industrieform“ wurden von einer Jury ausgewählt. Für die exportorientierte Uhrenfabrik war diese Anerkennung umso wichtiger, als es galt, die Vorkriegsmärkte zurückzuerobern und auf dem internationalen Markt noch stärker Fuß zu fassen. Den Anfang bei der Zusammenarbeit zwischen Junghans und Max Bill machte damals eine lichtblaue Küchenuhr in Tropfenform (siehe Foto), die unter Sammlern heute sehr begehrt ist. Das Stadtmuseum konnte inzwischen einen guten Fundus zum Thema anlegen.

Im Zuge der Arbeiten zur Optimierung der Uhrensammlung stellte sich heraus, dass immer wieder Uhren auf dem Markt erschienen, die alsMax-Bill-Entwürfe ausgegeben wurden, von seinen Entwürfen aber meilenweit entfernt sind. Darunter befanden sich auch einige, die als Varianten gelten können. Die Verunsicherung der Sammler spürte das Stadtmuseum in der Häufigkeit der Anfragen. Dies war einer der Gründe, weshalb die Museumsmitarbeiterinnen diesem Thema auf den Grund gingen. Max Bill schuf funktionale Uhren mit gut ablesbarer Zeitanzeige. Ihm ging es um die gute Form, die sich aus der Funktionalität ergibt. Seine Entwürfe heben sich von den jeweiligen Moden deutlich ab und erscheinen gewissermaßen zeitlos. Das unterscheidet diese Modelle von den der Mode und dem Zeitgeschmack unterworfenen, von Bill als „Saisonblümchen“ bezeichneten. Bei der jetzigen Ausstellung wird dieser Unterschied zwischen zeitlos-klassischen und modischen Uhren genutzt, um die Stilrichtungen der Epochen vom Historismus bis heute zu veranschaulichen. Die Max-Bill-Kollektion wird somit in den zeitgeschichtlichen Kontext gerückt. Mit der Einbettung zeitloser Bill-Uhren in die übrige Produktion ihrer Zeit sowie frühere und spätere Stilrichtungen soll zugleich die Wirkung von Mode und Zeitgeschichte auf die Alltagskultur sichtbar werden.

Max Bill
Foto: Küchenuhr, 1957, Max Bill für Junghans.

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