Lokale Agenda 21 Schramberg

Lokale Agenda 21

Die Vereinten Nationen haben auf ihrer Weltkonferenz "Umwelt und Entwicklung" (UNCED) im Jahre 1992 in Rio de Janeiro ein Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert, - Agenda 21 -, verabschiedet.

Mehr als 170 Staaten haben sich entsprechend dieser "Tagesordnung für das 21. Jahrhundert" verpflichtet, eine weitere Verschlechterung der Weltsituation zu stoppen und eine nachhaltige, umweltgerechte und zukunftsfähige Entwicklung für alle Völker der Erde (sustainable development) in die Wege zu leiten.

Es ist ein Plan für eine weltweite Partnerschaft der Industrie- und Entwicklungsländer, der zum Ziel hat, ein Gleichgewicht zwischen Ökologie, Ökonomie und Sozialem herbeizuführen, und dadurch die Erde für nachfolgende Generationen zu bewahren.

Im Sinne der Agenda 21 bedeutet das Konzept der nachhaltigen und zukunftsfähigen Entwicklung, dass der Schutz der Umwelt nicht am Ende einer Kette stehen darf, sondern integraler Bestandteil jeder Entwicklung sein muß.

Mit 40 Kapiteln spricht die Agenda 21 alle wesentlichen Politikbereiche an.

In Kapitel 28 werden die Kommunen ausdrücklich aufgefordert, Lokale Aktionsprogramme zu erarbeiten und zu beschließen, da viele in der Agenda 21 angesprochenen Probleme und Lösungen auf Aktivitäten der örtlichen Ebene zurückzuführen sind.
Der Deutsche Bundestag hat im Jahre 1994 die Agenda 21 bestätigt und die Kommunen aufgefordert, diese mit einer Lokalen Agenda umzusetzen.

Der von der Agenda 21 geforderte Konsultationsprozess für eine Lokale Agenda 21 hat in der Großen Kreisstadt Schramberg bereits sehr früh begonnen.

Im Bereich Umweltschutz werden bereits seit 1990 regelmäßig Umweltberichte gefertigt, die einen Überblick über die umweltrelevanten Aktivitäten der Stadt Schramberg aufzeigen.
Der Arbeitskreis Ökologie und Wirtschaft wurde im Jahre 1992 gegründet. Seit dieser Zeit treffen sich Vertreter der Wirtschaft und Verwaltung regelmäßig. Das Ziel der Zusammenkünfte ist die Schaffung von mehr Transparenz über umweltbezogene Aktivitäten anderer Unternehmen in Schramberg und der Umgebung.

Im Jahre 1993 wurde die 1. generelle Fortschreibung des Flächennutzungsplanes der Verwaltungsgemeinschaft Schramberg neu erarbeitet. Parallel hierzu wurde ein Landschaftssplan aufgestellt. Diese beiden Planwerke bilden das Lokale Entwicklungskonzept. Die gesamte Bürgerschaft wurde in die Planung intensiv mit eingebunden. Die Planungen wurden in mehreren Bürgerversammlungen vorgestellt und intensiv beraten.

Parallel zur Neufassung dieser beiden Planwerke wurde mit rund 200 engagierten Schramberger Bürgern in den Jahren 1993 bis 1996 die Kommunalen Leitbilder der Stadt Schramberg erarbeitet. Diese wurden im Januar 1996 im Gemeinderat der Stadt verabschiedet. Sie bilden einen kommunalpolitischen Zukunftsentwurf, der Aussagen über die gewünschte Entwicklung der Stadt im sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Bereich macht.
Auf der Grundlage der Kommunalen Leitbilder haben die Mitarbeiter/Innen der Stadtverwaltung im Jahre 1996 das Verwaltungsleitbild der Stadt Schramberg erarbeitet. Darin geht es um das Selbstverständnis der Verwaltung als öffentliches Dienstleistungsunternehmen, das mit fachlichen und menschlichen Qualitäten gemeinsam mit unseren Bürgerinnen und Bürgern eine lebenswerte Zukunft gestaltet.


Unter der Schirmherrschaft der Stadt Schramberg und der Stiftung für Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg fanden 1994 erstmals "Eine-Welt-Tage" in Schramberg statt. Daraus ging das "Eine-Welt-Forum" Schramberg hervor, das organisatorische Hilfen und Fortbildungsveranstaltungen anbietet.
Seit dem Anfang der 90-iger Jahre sind außerdem verschiedene Beiräte ins Leben gerufen worden, um das bürgerschaftliche Engagement in sozialen und umweltrelevanten Fragen gezielt zu fördern.

Heute sind der Ausländer-, Frauen- und Umweltweltbeirat sowie ein Jugendgemeinderat aktiv.
Im Rahmen größerer Projekte werden zeitlich begrenzte Planungsbeiräte eingesetzt. Diese waren z. B. beim Ausbau der Fußgängerzone Talstadt und den Straßenbaumaßnahmen im Bereich Bärenplatz Sulgen erfolgreich tätig. Zur Zeit ist ein Planungsbeirat für die geplante Mehrzweckhalle in Waldmössingen eingesetzt. Ein weiterer Planungsbeirat soll für die Ausbaumaßnahme der Lauterbacher Strasse / Leibrandstrasse eingesetzt werden.
Zeitlich befristet eingesetzt waren auch Runde Tische (ÖPNV und Parken in Schramberg).

Der Agenda 21 Prozess bietet wichtige Anknüpfungspunkte für eine kirchliche Agenda-Arbeit, da seine Grundlagen der christlichen Sozialetik entsprechen.
In Schramberg beginnt die Verwaltung, kirchliche Initiativen zu verschiedenen Agenda 21-Themen aufzugreifen, und sie aktiv zu begleiten (z.B. Stephanus-Freundeskreis Schramberg-Oberndorf, Aktion: Woche für das Leben). Nach dem Beitritt der Stadt Schramberg zum Klimabündnis europäischer Städte mit den Indiovölkern der Regenwälder Anfang 1996, stellt das Klimaschutzkonzept Schramberg eine jüngere Aktivität im Lokale Agenda 21 Prozeß dar. Es wurde 1997 erarbeitet und hat zum Ziel, die Co² Immissionen bis zum Jahre 2015 um 20 % zu senken.

Nachdem die zuvor genannten konsultativen Prozesse und Bürgerbeteiligungen, sowie die eingeleiteten Massnahmen und Programme eine nachhaltige Entwicklung bzw. eine zukunftsorientierte, umweltgerechte Lebens- und Wirtschaftsweise zum Ziel haben, wurde vom Gemeinderat der Stadt Schramberg am 02.07.1998 beschlossen, dass die Kommunalen Leitbilder in Verbindung mit dem Flächennutzungsplan / Landschaftsplan, dem Verwaltungsleitbild und der Klimaschutzkonzeption künftig die "Lokale Agenda 21" darstellen und verwirklichen sollen. Es ist daher zukünftig die Aufgabe des Gemeinderates und der Verwaltung, die beschlossenen Zielsetzungen bei den Fachplanungen zu berücksichtigen und konkret umzusetzen.
Weitere Entwicklungen im Sinne der Nachhaltigkeit sind anzuregen.


Im Rahmen der Lokale Agenda 21 Schramberg wurden bereits mehre Beispiele umgesetzt.

Ökonomische Aspekte beinhalten die Aktionen

  • Eine-Welt-Forum
  • AK-Ökologie- und Wirtschaft




Die ökologischen Aspekte der Lokale Agenda 21 werden umgesetzt in

  • Klimaschutzkonzeption
    Energieeinsparungen
    Kommunales Energiemanagement
    Fifty-Fifty-Projekte
    Kraft- Wärme- Koppelung / Nahwärme
  • Ökologische Bauleitplanung
  • Internationale Umweltseminare
  • Umweltcamps
  • Solarprogramm - Sonnendächer in Schramberg


Die sozialen Aspekte der Lokale Agenda 21 werden durch nachfolgende Prozesse und Maßnahmen umgesetzt:

  • Agentur für freiwillige Arbeit
  • Kriminalprävention
  • Jugendpolitisches Konzept
  • Schramberger Tafel
  • JUKS / Kinderneujahrsgipfel 2000



Dieses zuletzt genannte Beispiel befindet sich momentan in der Vorbereitungsphase und soll zwischen Januar 2000 und Oktober 2000 verwirklicht werden.
Es handelt sich hierbei um ein Agenda "Pädagogisches Jahresprojekt für viele hundert Kinder" im Alter von 5 bis 13 Jahren. Das Projekt hat zum Ziel, Kinder am Agenda-Prozess durch Schaffung erlebnisorientierter Handlungsfelder unter Berücksichtigung von ökologischen, ökonomischen und sozialen Faktoren zu beteiligen. Für die praktische Umsetzung ist eine breite Vernetzung in Zusammenarbeit von verschiedensten örtlichen Gruppierungen und Institutionen gedacht, die sich der Agenda 21 verpflichtet fühlen und / oder sich damit beschäftigen wollen.


Informationen:

Weitere Informationen zur Lokale Agenda 21 und zu den genannten Umsetzungsbeispielen können unter nachfolgender Adresse angefragt werden.

Agenda-Büro der Großen Kreisstadt Schramberg
City-Center
Berneckstraße 9
78713 Schramberg