Talstadt

Die Talstadt, die mit 8.200 Einwohnern knapp die Einwohnerzahl des Stadtteils Sulgen übertrifft, hat ihr Gesicht in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Ursprünglich Industriestadt hat sie sich zu einem modernen Zentrum entwickelt zum bietet neben Wohnen insbesondere Einkaufsmöglichkeiten, kulturelle und soziale Einrichtungen, Bildungseinrichtungen, Sitz der Verwaltung und andere Dienstleistungsangebote.

Fünftäler- oder Burgenstadt
Die Stadt kann zwar keine mittelalterliche Altstadt bieten, jedoch sehr viel mehr interessante Kultur- und Naturdenkmale als Besucher vielleicht auf den ersten Blick vermuten mögen. Die Stadt, noch heute oftmals Fünftäler- oder Burgenstadt genannt, liegt landschaftlich reizvoll in fünf Tälern des mittleren Schwarzwalds und wurde einst von fünf Burgen umrahmt. Bis in 17. Jahrhundert war die Geschichte der Stadt eng mit der ihrer Burgherren verknüpft. Noch heute erinnern die Burgen Schilteck, Falkenstein und die noch sehr gut erhaltenen Burgruine Hohenschramberg, die schon von weit her sichtbar ist, an die bewegte Vergangenheit.

Heute finden sich in der Talstadt nur noch wenige große Gewerbe- und Industriebetriebe. Der Großteil der ursprünglich ansässigen Betriebe ist in die Höhenstadtteile Sulgen und Waldmössingen abgezogen.

Burgruine Hohenschramberg

Es zeugen jedoch noch viele Gebäude und Kulturdenkmale von der Zeit industriellen Blüte so z.B. das Dieselmuseum im Gewerbepark H.A.U. Die Chance, die sich durch den Abzug der Industrie bot, wurde wahrgenommen. Durch den Bau des Tunnels, dessen Einweihung 1991 gefeiert wurde, konnte ein Teil der Innenstadt verkehrsfrei gehalten werden. In der Fußgängerzone kann in noch zum Großteil familiär geführten Einzelhandelsgeschäften aus einem breiten Angebotspalette gewählt werden. Das kleine Bächle, das durch die Fußgängerzone fließt, oder der Narrenbrunnen laden im Sommer Kinder zum Spielen ein während die Erwachsenen gemütlich bummeln oder einen Kaffee trinken können.

Kulturleben
Auch das Stadtmuseum im Schloss zeigt in seinen vier Abteilungen – Burgen, Steingut, Strohflechterei und Uhren- die geschichtliche Entwicklung der Stadt. Daneben werden regelmäßig auch Sonderausstellungen präsentiert. Mehr als 100 Raritäten der automobilen Entwicklung in der „Autosammlung Steim“ begeistern nicht nur Männer. Dieses private Museum wird demnächst eine Symbiose mit dem benachbarten städtischen Museum „ErfinderZeiten: Auto- und Uhrenmuseum“, das gerade neu entsteht, eingehen.Neben den kulturellen Angeboten des städtischen Theaterrings bieten auch die Musikschule, die Mediathek oder die Volkshochschule oft Konzerte, Vorträge, Lesungen oder Kindertheater.

Eine bunte Palette von durch Vereine getragene Veranstaltungen ergänzen sich hervorragend mit städtischen Einrichtungen und Aktivitäten. Das ehrenamtliche Engagement ist eine tragende Säule im Kulturleben der Stadt. Auch die Kulturdenkmale von besonderem Rang spielen bei den Aktivitäten eine große Rolle so z.B. der einstige Villenpark der Familie Junghans, der zum „Park der Zeiten“ umgestaltet wird oder die Schramberger Orgelkonzerte.

Gerne nutzen auch die Touristen, die Urlaub in dem Teilort Tennenbronn
oder anderen umliegenden Schwarzwalddörfern machen, das Kultur- und vielseitige Einkaufsangebot der Stadt.

Historisches
Die Geschichtsschreibung berichtet von ersten Ansiedlungen im Schramberger Tal im 13. und 14. Jahrhundert. Mitte des 16. Jahrhunderts gründetet Rochus Merz von Staffelfelden den Flecken unter der Burg. 1547 wird Schramberg zum Marktflecken erhoben und erhält 1867 von König Karl von Württemberg das Stadtrecht – mit damals 3127 Einwohnern. Im 19. Jahrhunderts verhalf zuerst die Strohflechtfabriken, dann Porzellanherstellung, Schramberger Majolika, und zuletzt die Uhrenindustrie den Menschen zu ihrem Auskommen. Erhard Junghans entwickelte zusammen mit seinem Bruder Arthur die vom Vater 1861 gegründete Fabrik zu einem der führenden Uhrenhersteller Europas . Mit über 6000 Arbeiterinnen und Arbeitern war Junghans einst weltgrößte Uhrenfabrik. Nachdem die Uhrenproduktion ihre wirtschaftliche Vormachtstellung in Schramberg eingebüßt hat, bilden Feinmechanik und Hightech-Industriezulieferer das Rückgrat der Schramberger Wirtschaft.

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