Dieselmuseum

Gewerbepark H.A.U.
78713 Schramberg
Stadtteil: Talstadt

Weitere Informationen:

Dieselmuseum: Eine technische Sensation

Hinter der Fassade einer architektonisch außergewöhnlichen Jugendstilvilla im Technologie- und Gewerbepark HAU verbirgt sich eine technische Sensation, die wohl niemand hier vermuten würde: Der größte Dieselmotor aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg, der noch vollständig erhalten und mit allem Zubehör an seinem ursprünglichen Aufstellungsort steht. Diese mächtige Anlage lieferte Strom und Druckluft für die Hamburg-Amerikanische Uhrenfabrik.

Eine gemeinsame Grundplatte und ein mächtiges Betonfundament tragen die vier einzeln stehenden, mehr als drei Meter hohen gusseisernen Zylindertürme mit einem Abstand von jeweils einem Meter.

Dieselmotor aus dem Jahr 1910/11

Der Diesel wurde bei M.A.N. in Augsburg gebaut und 1910/11 in Schramberg montiert. Die Typenbezeichnung A4V60 liest sich wie ein Steckbrief:

  • A bezieht sich auf die Bauserie
  • 4 auf die Zylinderzahl
  • V auf die vertikale Bauweise und
  • 60 auf die entsprechenden Zentimeter Kolbenhub


Vier mächtige Zylinder trieben das riesige Schwungrad an. Mit einem Gesamthubraum von 340 Liter leistete der Motor bei 167 Umdrehungen pro Minute 325 PS (239 kW) für den auf der Kurbelwelle montierten Schwungrad-Drehstromgenerator. 325 PS erscheinen heute für eine Maschine dieser Größenordnung wenig. 1911 reichte diese Leistung aus, um den gesamten Spitzenstrom der Uhrenfabrik zu erzeugen. Und die Energiezentrale lieferte auch noch die Druckluft für die Fabrik. Zum letzten Mal leistete der Dieselmotor am 29. März 1963 seinen regulären Dienst.

Zylinder Dieselmuseum

Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung


Von den drei im Motorensaal aufgestellten Rotationsverdichtern aus den 1950er Jahren ist eine Maschine erhalten. Der heute als Ausstellungsraum genutzte Hochspannungsraum zeigt elektrische Schalteinrichtungen aus der Zeit der Aufstellung des Dieselmotors. Die Hochspannungsschalter und anderen Schalteinrichtungen wurden später eingebaut. Das Dieselaggregat und das 1904 durch den bedeutenden Stuttgarter Industrie-Architekten Philipp Jakob Manz als Umspannstation errichtete Gebäude sind als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung eingestuft.